Archiv für Juli 2011

Wir trauern mit den Angehörigen – Gemeinsame Solidaritätserklärung der Falken und Jusos

Wir trauern mit den Angehörigen – Gemeinsame Solidaritätserklärung der Falken und Jusos

Liebe Genossinnen und Genossen,

wir alle sind geschockt von den Ereignissen in Norwegen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Die feigen Anschläge in Norwegen sprengen unsere Vorstellungskraft. Niemals hätten wir eine solchen Tat für möglich gehalten. Unsere Genossinnen und Genossen von der AUF (Arbeidernes Ungdomsfylking) in Norwegen sind offenbar direktes Ziel geworden, weil sie für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft gekämpft haben. Die norwegische Sozialdemokratie weiß uns und unsere Solidarität in dieser schwierigen Zeit auf ihrer Seite.

Mit der AUF verbindet uns eine starke gemeinsame Geschichte. Lasst uns den norwegischen Genossinnen und Genossen gerade jetzt zeigen, dass wir bei ihnen sind. Ihr könnt eurer Trauer zum Beispiel in unserem virtuellen Kondolenzbuch und über das Pic-Badge der AUF für die sozialen Netzwerke Ausdruck verleihen. (virtuelles Kondolenzbuch)

Dieser Anschlag traf uns in der Woche vor dem IUSY-Festival am Attersee in Österreich. Dort wollten wir mit rund 3000 Genossinnen und Genossen aus der ganzen Welt ein deutliches Zeichen für internationale Solidarität und gegen Hass setzen. Das Festival wird nun überschattet sein von den schrecklichen Ereignissen in Norwegen. Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir nächste Woche zusammen kommen. Lasst uns beim IUSY-Festival ein deutliches Zeichen für Toleranz, für Demokratie und gegen den Terrorismus setzen. Unser Ziel ist die friedliche, demokratische und sozialistische Welt. Niemand, auch keine Terroristen, werden uns so einschüchtern können, dass wir von diesem Ziel ablassen. Lasst uns gemeinsam zeigen: Unsere Idee ist stärker als ihre Gewalt!

Spiel und Spaß – Rotes Public Viewing

50 junge Menschen, zwei Teams und eine einzigartige Stimmung.
An diesem Abend kamen fünfzig Menschen zusammen, ein Teil, weil sie Fußball gucken wollten, andere wegen des Grillens und der Brause und manche, aus politisch-feministischer Motivation. Ab der zweiten Halbzeit sahen alle gespannt auf die Leinwand, das Spiel hatte die Aufmerksamkeit errungen und wir fieberten mit – die Ballkunst hat uns überzeugt und auch die Fußballskeptiker_innen zu emotionalen Ausbrüchen verleitet und Lust auf mehr gemacht.

Die Spielerinnen der USA waren die klaren Favoritinnen. Die US-Nationalmannschaft hatte bereits zwei WM-Titel errungen und dreimal an den olympischen Spielen gewonnen. Japan war bei der letzten WM „nur“ vierte geworden. Als die USA in der zweiten Halbzeit in Führung ging, verwunderte das nicht wirklich. Doch die 81. Spielminute lies eine_n den Atem anhalten – Japan erzielte den Ausgleich. Gleichstand und Verlängerung. Im Abstand von 13 Minuten folgten für beide Seiten ein weiteres Tor durch Abby Wambach und Homare Sawa. Die japanischen Spielerinnen behielten die Ruhe und setzten sich mit 5:3 letztlich beim Elfmeterschießen durch und holten den WM-Sieg nach Japan.

Warum reden wir eigentlich von „Frauen-Fußball-WM“ oder „WM der Frauen“. Wenn die Männer WM spielen, heißt es immer nur „Weltmeisterschaft“. Der Grund dafür ist, dass Profi-Fußballerinnen immer noch keine Normalität sind und es noch gar nicht so lang her ist, dass Frauen erstmals begonnen haben sich in Vereinen zu organisieren. Spannend ist, dass die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland eine völlig unterschiedliche ist. Während sich Anfang der 70er die Kickerinnen in der DDR in Betreibssportgemeinschaften (BGS) organisieren, durch die sog. Trägerbetriebe Ausrüstung gestellt bekamen und ihnen die Sportplatznutzung ermöglicht wurde; war im anderen Deutschland Frauenfußball von 1955 bis 1970 verboten. So ein Fußballverband kann natürlich nicht wirklich „verbieten“, dass Frauen Fußball spielen, aber ein Verband kann den Fußballspielerinnen ganz schön zwischen die Beine grätschen. Beispielsweise wurde ihnen das Spielen in Stadien oder auf Vereinsrasenflächen verweigert. Mitte der 50er wurde Schiedsrichtern untersagt Spiele von Frauen zu pfeifen und den Fußballvereinen nicht gestattet eigene Frauenabteilungen zu eröffnen. Was die Fußball(männer)welt überall einte, war das Frauenfußball unterschätzt wurde. Unser voller Respekt gilt Spielerinnen wie: Nettie Honeyball, Charlotte Specht, Caroline Morace, Pia Sundhage, Mia Hamm und Marta Viera da Silva – vielen Dank für euer virtuoses Spiel und euren Kampf für unsere Rechte!

Weiterlesen:
Arte – Sommer of Girls – Rebellion im Fußballdress
DFB – WM 2011
Bundeszentrale für politische Bildung – Frauenfußball während der Verbotszeit

Einladung zum letzten Falkentreffen vor der Sommerpause

Liebe Falken, liebe Freund_innen,

bald steht das letzte Treffen vor der Sommerpause an.

Wann? 20.07. ab 20:00
Wo? Bei Ute (wer nicht weiß wo das ist schickt uns eine kurze Nachricht)

Was?
Thema wird der Nordirland-Konflikt sein. Aus aktuellem Anlass wird uns Lena das Thema näherbringen. Wo hat der Konflikt seinen Ursprung, was ist schon passiert und was passiert gerade wieder und wie wirkt es sich auf die Lebensrealität der Jugendlichen vor Ort aus.
Das ist noch mal ein deftiges Thema zum Schluss aber auch ein spannendes.

ACHTUNG: Essen gibt es ab 19:30 (also eine halbe Stunde später)

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Die Falken Halle

Public Viewing 17.07 herzliche Einladung ;)

Schönen, internationalen Fußball schauen
Wir wollen uns gemeinsam das Finale der Frauenfußball Weltmeisterschaft ansehen.
Für einen internationalistischen Jugendverband ist es ja schließlich
unerheblich ob der beste Fußball von deutschen Fußballer_innen gespielt
wird, oder nicht ;-)

Fußball ist mehr als „nur“ Sport.
Wenn Frauen im letzten Jahrhundert sich das Ziel setzten, gemeinsam
Sport zu betreiben um den Ball ins „Eckige“ zu befördern, dann war dies
immer mehr als sportlicher Wettkampf – es war auch immer ein Kampf mit
gesellschaftlichen Normen und patriarchal geprägten Strukturen. Weil
dieser emanzipatorische Prozess Bestandteil der Geschichte und leider immer noch Alltag des
Frauenfußballs ist – ist dies politisch.
Deshalb laden wir euch ein, in der Halbzeitpause mit kurzen Filmen, sich
der Geschichte dieser Bewegung bewusst zu werden, denn sie verdient
mindestens genauso viel Aufmerksamkeit, wie das Spiel um das beste
Fußballteam der Welt.

Fußball ist Spiel, ist Spaß,
und weil dies so ist, soll das Spiel und das gemeinsame launige
Beisammensein an diesem Abend nicht zu kurz kommen.

Also herzliche Einladung,
Projektgruppe „Kritische Gesellschaft – Wir bilden“ der Jusos/Falken/HSG Halle

Bilden statt Verbieten!

Bilden statt Verbieten!

Der Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) des Landes Sachsen-Anhalt fordert einen „Radikalenerlass“, sein Ministerium überprüft dies bereits.

Was ist ein „Radikalenerlass“?
„Radikalenerlass“ kommt aus den 70er Jahren. Damals hatten die Landesregierungschefs Angst davor, dass sogenannte „Radikale“ (also Menschen, die unserem herrschenden System kritisch bis ablehnend gegenüberstehen) bereits oder zukünftig für den Staat arbeiten. Klingt etwas seltsam, denn warum sollten Menschen, die etwas gegen die Staatsordnung haben für den Staat arbeiten? So genau konnten die Landesregierungschefs die Frage damals auch nicht beantworten, aber sie hatten unter anderem Angst davor, dass Menschen andere Menschen bilden, die dem Staat kritisch oder ablehnend gegenüberstehen. Denn Menschen, die andere Menschen bilden sind zum Beispiel Lehrer_innen und die sind Staatsangestellte.
Und genau hier setzt der „Radikalenerlass“ an. Als 1972 die Länderregierungschefs die „Grundsätze zur Frage der verfassungsfeindlichen Kräfte im öffentlichen Dienst“, kurz den „Radikalenerlass“ beschlossen haben, wurden ganz viele Menschen überprüft.
Das Deutsche Historische Museum in Berlin schreibt dazu:
„3,5 Millionen Menschen wurden seit 1972 einer „Sicherheitsüberprüfung“
unterzogen, und in etwa 10.000 Fällen wurden der Eintritt in den bzw. das
Verbleiben im Öffentlichen Dienst untersagt.
Es gab 130 Entlassungen. Die „Berufsverbote“, von denen vor allem
Kommunisten und andere Linke betroffen wurden, waren einmalig in der
Europäischen Gemeinschaft und wurden in internationalen Gremien als
Verletzung der Menschenrechte gewertet. Den Kritikern, die die
Verfassungsmäßigkeit anzweifelten, gab Ende der 80erJahre der
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte insofern recht, als er im Falle
einer entlassenen (und später wieder eingestellten) Lehrerin, die DKP -
Mitglied war, einen Verstoß gegen die Artikel 10 und 11 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit) feststellte.“


© Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Scheinbar hatte der Radikalenerlass jedoch nicht den wünschenswerten Erfolg gegen „rechtsradikale und fremdenfeindliche“ Personen oder Weltbilder. Das Gegenteil war der Fall, in den 70ern hatten (linken) Student_innen Angst sich politisch zu engagieren, die gegen menschenverachtende Weltbilder auf die Straße gegangen waren, weil mensch nie wusste, inwieweit das politische Engagement gegen eine_n verwendet werden konnte. Bei der Verwendung des „Radikalen“-Begriffs wurden „rechte“ und „linke“ in einen Topf geworfen, obwohl die Kritikpunkte der herrschenden Ordnung, wie auch die Mittel der Auseinandersetzung völlig andere sind.

Von der Geschichte zurück nach Sachsen-Anhalt.
In Sachsen-Anhalt gab es mal einen Fußballtrainer namens Lutz Battke, der nicht nur rechtsradikal dachte, sondern auch so handelte. Als er seinen Job als Schornsteinfeger verlor, war damit das Problem nicht erledigt, weil er seine menschenverachtende Einstellung immer noch im Fußballverein an Jugendlichen weiter gab. Beschlüsse und Verordnungen sind keine Hilfe, wenn es um Bewusstsein und Sensibilisierung geht. Nur weil ich jemanden entlasse oder nicht einstelle, ändert sich deshalb sein/ihr Denken und die Möglichkeit der Verbreitung des menschenfeindlichen Weltbilds nicht.

Die Falken Halle lehnen den „Radikalenerlass“ grundsätzlich ab.
Menschenverachtung ist ein Problem unserer gesamten Gesellschaft, dem mit Bildung und nicht durch Berufsverbot begegnet werden muss. Wir begrüßen es, das der Innenminister Möglichkeiten schaffen will, um unsere Demokratie zu stärken, dass sollte dann aber mit den Menschen und nicht gegen sie geschehen. Aus diesem Grund empfehlen wir die Lektüre des Gutachtens der Friedrich-Ebert-Stiftung (http://www.b-b-e.org/uploads/media/nl0713_gutachten_klein.pdf) und die Unterstützung antifaschistischer Akteur_innen vor Ort.
Die Entwicklung eines „Landesprogramm für Demokratie“, indem den Menschen Alternativen zu rechtsradikalen Deutungsangeboten für ihre Alltagsfragen geboten werden – wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

Die komplette Stellungnahme der Falken Halle findest Du hier

Weitere Infos unter:
- http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1300343005096&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546
- http://magdeburgersonntag.info/artikel/spitze-bei-rechter-gewalt-0702
- http://www.dhm.de/ausstellungen/grundrechte/katalog/144-149.pdf
- http://www.b-b-e.org/uploads/media/nl0713_gutachten_klein.pdf
- http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1309092966267
- http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/KontinuitaetUndWandel_verordnungExtremistenbeschluss/index.html

Ohne Moos nix los – war gestern

Ohne Moos nix los – war gestern.


psst, wir wollen die konzentrierten teilis nicht stören!

Wie funktionier eigentlich das Einwerben von Geld für coole Projekte?

Mit Theorie und Sachverstand zeigte Ute Larsen, welche Möglichkeiten es gibt um von der Projektidee zur Projektfinanzierung zu gelangen.
Dabei vermittelte sie anhand eines Kreislaufs die einzelnen Etappen des Fundraisings und öffnete den Blick für die vielfältigen Möglichkeiten der Mittelgewinnung.

Neben der Theorie und den Praxisbeispielen setzten wir das Erlernte im Workshop gleich praktisch um. Dabei rausgekommen sind zwei wunderschöne Projekte Titel „Queer – Hand_InHand“ und eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Feminismus“ entstanden. Wir dürfen also gespannt sein, auf unsere kommenden Veranstaltungen ;)

Wir bauen weiter – Peißnitzhaus 2.0

Wir bauen weiter!

Die Falken Halle haben sich auch im Juli beim Bau des Peißnitzhauses beteiligt.
Nachdem wir im Juni die Farbe der Kolonnaden ab gespachtelt haben, gingen wir jetzt einen Schritt weiter…
Unter dem Einsatz eines elektronischen Schleifgerätes haben wir richtig Staub aufgewirbelt und die Oberflächen geglättet.
Mit uns gemeinsam waren um die 20 Kolleg_innen zum Sozialen Tag für Auszubildende am Start. Neben dem gemeinsamen Arbeiten und Spaß haben, nahmen wir die Gelegenheit war beim Mittagessen über Ausbildungsverhältnisse zu quatschen und uns besser kennenzulernen.

Bau mit am Peißnitzhaus, einer Begegnungsstätte der besonderen Art.

Nächste Gelegenheit sich die Hände schmutzig zu machen und Solidarität zu leben:
06. August 2011, 10 Uhr am Peißnitzhaus