Wir waren beim Workers Youth Festival

und Jolly berichtet kurz:

„United we make history – solidarity now!“ war das Motto des in Dortmund vom 9. bis zum 12. Mai stattfindenden Workers Youth Festival. Anlass war das 150jährige Jubiläum der Arbeiter*innenjungendtage und für die Falken, die Jusos, die Young European Socialists – YES (formals ECOSY), IFM-SEI (International Falcon Movement – Socialist Education International), war das ein guter Grund um mit 3000 Genoss*innen, davon 1000 internationalen, zu feiern.

Als Falken Halle waren wir leider nur zu zweit vertreten, aber dafür gut in die Organisation und das Programm eingebunden. Freitag bis Samstag standen jeweils verschiedene Themen Blöcke im Zentrum der zahlreichen Veranstaltungen, so ging es um Nachhaltigkeit, Feminismus, Demokratie und Partizipation, Globale Probleme und Friedenspolitik und um Arbeit und Soziales. Zusätzlich zu den jeweiligen Workshops und Podiumsdiskussionen über diese Themen, gab es noch Themenzelte in denen auch Veranstaltungen, vom Banner Malen, über Workshops bis zu Diskussionsrunden, zu speziellen Themen durchgeführt wurden. So gab es das Feminismuszelt, das LGBT*Queer Zelt, das Antifazelt und ein Gewerkschafts- und Hochschulgruppenzelt.

Jolly war mit in die Gestaltung des Queerzeltes eingebunden u.a. moderierte er die Diskussion zu trans*freundlichen Räumen. Generell entwickelte sich das Queerzelt zu einem Treffpunkt der vielen internationalen Genoss*innen die wir auf der International Winterschool und Queer Easter kennengelernt und ins Herz geschlossen hatten. Die Infrastruktur für so ein großes Festival muss natürlich auch organisiert werden, deshalb waren wir auch von Stationsspiel bis Infopointschichten darin eingebunden, Lisa als Bundesvorstandsmitglied besonders intensiv. An dieser Stelle ein ganz dickes Danke an die vielen Menschen die dieses Festival erst möglich gemacht haben, an die Action Group für das Monate lange vorbereiten, die Menschen vom Info point, die Menschen vom Awarenessteam, die die uns das Essen ausgeteilt haben, die Barbetreuer*innen, die Security, die Workshopschmeißer*innen und alle anderen die echt viel Arbeit in das Gelingen des WYF gesteckt haben.

Als ein nicht geplanter aber trotzdem cooler Teil unseres Beitragens war die große Podiumsdiskussion „Feminismus in Zeiten der Krise“. Leider musste Sookee kurzfristig ihre Teilnahme an der Diskussion absagen und Jolly ist dann für sie eingesprungen, was ziemlich große Fußstapfen waren, aber insgesamt ist die Diskussion klasse angekommen.

jolly panel
Jolly (r.) bei der Podiumsdiskusion „Feminismus in Zeiten der Krise“

Apropos Sookee, an den Abenden, als wir eigentlich schon ziemlich erschöpft von den ganzen politischen Diskussionen waren, haben wir es uns trotzdem nicht nehmen lassen zusammen mit unseren Freund*innen zu den verschiedenen Bands und Künstler*innen abzudancen. Mit dabei waren Sookee, Feine Sahne Fischfilet, Tapete und Crying Wölf, die Antilopengang, Unseriös Pompös und noch ein paar mehr. Wer lieber etwas ruhigeres bevorzugte, konnte z.B. zum Poetry Slam oder einer Lesung gehen. Leider waren nicht alle Bands die auf dem WYF gespielt haben cool und unterstützenswert. Am Samstag Nachmittag ging es nämlich mit einer großen Demonstration in die Innenstadt von Dortmund um das Festival nach außen zu tragen und auch dort nochmal zu feiern. Die Demo war leider ein bisschen kraftlos, da hätten wir uns von 3000 Leuten schon ein bisschen mehr gwünscht, besonderns in der Vielfalt der Demosprüche, weil 2 Studen lang immer nur „Hoch die internationale Solidarität“ gerufen wurde. Die Stimmung auf dem Aktionstag war eher so mittelmäßig, besonders weil die meisten Ansagen von der Bühne in deutsch gemacht wurden und alle auftretenden Bands auf deutsch gesungen/gerappt haben, da wäre ein bisschen mehr Internationalismus cool gewesen. Und eine Band die gespielt hat, ausgerechnet der Headliner „Die Orsons“ hat Songtexte die transphob, antisemitisch und sexistisch sind. Es ist sehr schade, dass diese auf dem Festival spielen durften und weil wir deren Aussagen nicht einfach so stehen lassen wollten, beteiligte sich auch ein Teil unserer Gruppe am Protest gegen diese Band auf dem Aktionstag.
Aber auch im Widerstand gegen diese Art von Diskriminierung war die internationale Solidarität besonders der Menschen die sich im Umfeld des Queerzeltes bewegten richtig spürbar. Letztendlich bleibt im Bezug auf die Orsons das Gefühl zurück, dass eine Diskussion in unserem Verband besonders über Transphobie richtig notwendig ist, dass diese aber auch durch den Protest angestoßen wurde und wir sehen positiv nach vorne, unseren Verband noch progressiver zu gestalten.

Insgesamt hinterlässt das WYF gemischte Gefühle, es war wundervoll so viele Menschen (wieder) zu treffen und gemeinsam darüber zu reden wie wir die Welt verändern wollen, doch wir mussten auch bemerken, dass wir bei vielen Themen erstmal bei uns selber anfangen müssen. Aber wir sind zuversichtlich, dass und das auch gelingt.