Archiv der Kategorie 'Falken in Action'

Positive Irritationen – gesellschaftliche Bilder hinterfragen und Rahmen sprengen -

Wir alle konstruieren Welt. Wir alle assoziieren, haben Bilder und Rahmungen von verschiedenen Rollen im Kopf. Stell dir vor: Beim Spaziergang über die Peißnitz werden Menschen unterteilt in „die schwarze Frau da drüben“ oder „der weiße Junge dort“. Du kennst das vielleicht, wenn Du an „Mann“ denkst und Dir dann gleich ein ganzes Bündel an Zuschreibungen einfällt Vielleicht hast Du auch schon bemerkt, dass der Mensch Dir gegenüber irgendwie aus dem Bild „rausfällt“.
Es gibt verschiedene Ursachen, warum wir diese Bilder im Kopf tragen, aber eines steht fest: Sie sind gemacht und nicht „natürlich“.Also musst Du nicht diesen Bildern entsprechen und diese Einteilung in Welt muss so auch nicht bleiben. Wir können sie verändern. Die Vorstellung des „ewigen“ oder „natürlichen“ ist nichts anderes als sexistische und/oder rassistische Kackscheiße.
Wir wollen mit dir aus dem Rahmen fallen und Musik als ein Medium der Realitätskonstruktion näher betrachten und anhören. Deshalb wollen wir mit Sookee über „Männlichkeitsbilder im Rap“ diskutieren und am Abend gemeinsam mit Sayes, Sookee und DJ Kai Kani den Versuch wagen zu feiern und das so, dass jede*r sich wohl fühlt. Der Abend soll dabei Raum schaffen um gemeinsam zu zuhören, zu diskutieren und zu feiern.

Deshalb sei dabei:
17.06. 2013
16 Uhr Goldene Rose – Workshop mit Sookee zu „Männlichkeitsbilder im Rap“
(Rannische Str. 19)
21 Uhr Hühnermanhattan – Party mit Sayes, Sookee und DJ Kai Kani
(Hordorfer Str. 4)
Die Einnahmen des Abends werden für die antirassistische Arbeit der
SJD–die Falken und No Lager verwendet.

RADIKALE KÜRZUNGEN IN DER JUGENDARBEIT

nein zu kuerzungen

RADIKALE KÜRZUNGEN IN DER JUGENDARBEIT
haben den Rubikon überschritten!
AUFSTEHEN! LAUT WERDEN! EINMISCHEN!

Die Katze ist aus dem Sack! In den aktuellen Haushaltsdebatten, nehmen die Vorhaben und Kürzungspläne auch für den sozialen Bereich, konkret die kommunale Kinder- und Jugendarbeit Gestalt an. In einem Pressebericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 29.05. ist es nun nachzulesen. 2014 1 Millionen weniger für Fachkräfteprogramm und Jugendpauschale, ab 2015 werden beide Förderprogramme komplett gestrichen, was dann eine Kürzung in der Jugendarbeit in Höhe von ca. 6 Millionen Euro bedeuten würde.
Die so genannte Konsolidierungspolitik, auch Austeritätspolitik wird somit das Hauptstandbein der Kommunalen Jugendförderung mit einer heißen Schere durchschneiden.
Das Perfide an der Situation ist, dass beide Förderprogramme mit Wohlwollen der SPD und CDU Landtagsfraktionen und des Sozialministers demnächst im KJHG LSA, Ausführungsgesetz des Landes zum Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Bundes, verankert werden sollten, um einen gewissen Rechtsstatus und Sicherheit für vom Land subventionierte Jugendarbeit in den Kommunen aufzubauen. Noch viel verrückter ist es zu wissen, das wir Jugendverbände gerade begonnen haben mit dem Sozialminister ein jugendpolitisches Programm für das Land Sachsen-Anhalt zu erarbeiten! Jugendpolitik ohne Strukturen, Verbände, Träger die sie nach Aussen tragen würden??Das war wohl nichts.
Nun heisst es Wiederstand organisieren und innerhalb des Übergreifenden Spardiskurses die Jugendarbeit nicht untergehen zu lassen.! Erster Aufschlag 12.06. Beteiligung an der Demon zu den Hochschulkürzungen. Weitere Schritte folgen…. Samthandschuhe ? Fehlanzeige! Diesen Angriff auf unsere Strukturen werden wir nicht hinnehmen!!!

WIR RUFEN ALLE ORGANISATIONEN, VERBÄNDE, GRUPPEN, KINDER- und JUGENDLICHE und ELTERN und und und zur ALLGEMEINEN MOBILISIERUNG; zu PROTEST, WUT, KRITIK und ZUM LAUT WERDEN AUF!!!

LIKED, TEILT, und Verteilt was das ZEUG HÄLT!!!
SOLIDARITY NOW!!!

Pressemitteilung MZ 29.05.2013:
http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/sparkurs-in-sachsen-anhalt-neue-proteste-und-neue-kuerzungen,20641266,22901442.html

Pressemitteilung des Kinder- und Jugenrings Sachsen-Anhalt e.V.:
http://kjr-lsa.de/ger/news/kjr_pm/PM_30052013_Kuerzungen_Kinder-_und_Jugendfoerderung.pdf

Wir waren beim Workers Youth Festival

und Jolly berichtet kurz:

„United we make history – solidarity now!“ war das Motto des in Dortmund vom 9. bis zum 12. Mai stattfindenden Workers Youth Festival. Anlass war das 150jährige Jubiläum der Arbeiter*innenjungendtage und für die Falken, die Jusos, die Young European Socialists – YES (formals ECOSY), IFM-SEI (International Falcon Movement – Socialist Education International), war das ein guter Grund um mit 3000 Genoss*innen, davon 1000 internationalen, zu feiern.

Als Falken Halle waren wir leider nur zu zweit vertreten, aber dafür gut in die Organisation und das Programm eingebunden. Freitag bis Samstag standen jeweils verschiedene Themen Blöcke im Zentrum der zahlreichen Veranstaltungen, so ging es um Nachhaltigkeit, Feminismus, Demokratie und Partizipation, Globale Probleme und Friedenspolitik und um Arbeit und Soziales. Zusätzlich zu den jeweiligen Workshops und Podiumsdiskussionen über diese Themen, gab es noch Themenzelte in denen auch Veranstaltungen, vom Banner Malen, über Workshops bis zu Diskussionsrunden, zu speziellen Themen durchgeführt wurden. So gab es das Feminismuszelt, das LGBT*Queer Zelt, das Antifazelt und ein Gewerkschafts- und Hochschulgruppenzelt.

Jolly war mit in die Gestaltung des Queerzeltes eingebunden u.a. moderierte er die Diskussion zu trans*freundlichen Räumen. Generell entwickelte sich das Queerzelt zu einem Treffpunkt der vielen internationalen Genoss*innen die wir auf der International Winterschool und Queer Easter kennengelernt und ins Herz geschlossen hatten. Die Infrastruktur für so ein großes Festival muss natürlich auch organisiert werden, deshalb waren wir auch von Stationsspiel bis Infopointschichten darin eingebunden, Lisa als Bundesvorstandsmitglied besonders intensiv. An dieser Stelle ein ganz dickes Danke an die vielen Menschen die dieses Festival erst möglich gemacht haben, an die Action Group für das Monate lange vorbereiten, die Menschen vom Info point, die Menschen vom Awarenessteam, die die uns das Essen ausgeteilt haben, die Barbetreuer*innen, die Security, die Workshopschmeißer*innen und alle anderen die echt viel Arbeit in das Gelingen des WYF gesteckt haben.

Als ein nicht geplanter aber trotzdem cooler Teil unseres Beitragens war die große Podiumsdiskussion „Feminismus in Zeiten der Krise“. Leider musste Sookee kurzfristig ihre Teilnahme an der Diskussion absagen und Jolly ist dann für sie eingesprungen, was ziemlich große Fußstapfen waren, aber insgesamt ist die Diskussion klasse angekommen.

jolly panel
Jolly (r.) bei der Podiumsdiskusion „Feminismus in Zeiten der Krise“

Apropos Sookee, an den Abenden, als wir eigentlich schon ziemlich erschöpft von den ganzen politischen Diskussionen waren, haben wir es uns trotzdem nicht nehmen lassen zusammen mit unseren Freund*innen zu den verschiedenen Bands und Künstler*innen abzudancen. Mit dabei waren Sookee, Feine Sahne Fischfilet, Tapete und Crying Wölf, die Antilopengang, Unseriös Pompös und noch ein paar mehr. Wer lieber etwas ruhigeres bevorzugte, konnte z.B. zum Poetry Slam oder einer Lesung gehen. Leider waren nicht alle Bands die auf dem WYF gespielt haben cool und unterstützenswert. Am Samstag Nachmittag ging es nämlich mit einer großen Demonstration in die Innenstadt von Dortmund um das Festival nach außen zu tragen und auch dort nochmal zu feiern. Die Demo war leider ein bisschen kraftlos, da hätten wir uns von 3000 Leuten schon ein bisschen mehr gwünscht, besonderns in der Vielfalt der Demosprüche, weil 2 Studen lang immer nur „Hoch die internationale Solidarität“ gerufen wurde. Die Stimmung auf dem Aktionstag war eher so mittelmäßig, besonders weil die meisten Ansagen von der Bühne in deutsch gemacht wurden und alle auftretenden Bands auf deutsch gesungen/gerappt haben, da wäre ein bisschen mehr Internationalismus cool gewesen. Und eine Band die gespielt hat, ausgerechnet der Headliner „Die Orsons“ hat Songtexte die transphob, antisemitisch und sexistisch sind. Es ist sehr schade, dass diese auf dem Festival spielen durften und weil wir deren Aussagen nicht einfach so stehen lassen wollten, beteiligte sich auch ein Teil unserer Gruppe am Protest gegen diese Band auf dem Aktionstag.
Aber auch im Widerstand gegen diese Art von Diskriminierung war die internationale Solidarität besonders der Menschen die sich im Umfeld des Queerzeltes bewegten richtig spürbar. Letztendlich bleibt im Bezug auf die Orsons das Gefühl zurück, dass eine Diskussion in unserem Verband besonders über Transphobie richtig notwendig ist, dass diese aber auch durch den Protest angestoßen wurde und wir sehen positiv nach vorne, unseren Verband noch progressiver zu gestalten.

Insgesamt hinterlässt das WYF gemischte Gefühle, es war wundervoll so viele Menschen (wieder) zu treffen und gemeinsam darüber zu reden wie wir die Welt verändern wollen, doch wir mussten auch bemerken, dass wir bei vielen Themen erstmal bei uns selber anfangen müssen. Aber wir sind zuversichtlich, dass und das auch gelingt.

Die Gartensaison ist eröffnet

Vergangenes Wochenende konnte der Falkengarten endlich richtig eingeweiht werden (ja, es gibt jetzt ein Klo :) ).
Danke an Alle, die beim Unkrautjähten, Ernten und Umgraben geholfen haben!
Wir freuen uns euch bald wieder im Garten begrüßen zu dürfen (und denkt dran: immer schön aufessen, es soll jetzt schließlich endlich mal aufhören mit Regnen).

Hier noch ein paar Impressionen:

Falken Garten Grillen

Falken Garten Tulpen

Falken Garten Beet

Schluss mit Polizeigewalt – Kundgebung und Solikonzert

Wie ihr wisst (wir haben wiederholt berichtet), fand am 07.08. in Halle im Rahmen der Proteste gegen die NPD-Propaganda-Tour ein Vorfall von Polizeigewalt statt, bei dem zwei Demonstranten schwer verletzt wurden. Einer davon musst mehrfach notoperiert werden und wird sein Leben lang unter den Folgen zu leiden haben.

Ereignisse wie dieses finden leider immer wieder in der ganzen Republik statt: wir erinnern uns nur an die Demonstrant_innen in Stuttgart oder Heiligendamm. Neben der Unterstützung der Betroffenen fordern wir aus diesem Grund die lückenlose Aufklärung der Vorfälle und dass die politischen Akteure endlich Handeln.
Dabei wäre die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für Polizist_innen in geschlossenen Einheiten ein erster Schritt.

Lass uns gemeinsam dem Corpsgeist eine Absage erteilen, die Kennzeichnung fordern und Solidarität mit den Betroffenen leben!

Deshalb am Samstag, 01. Dezember
ab 15 Uhr Kundgebung am Eselsbrunnen und
ab 21 Uhr Benefizkonzert in der Reil78.

Gemeinsam Demokratie lebendig machen!

Weitere Infos unter: www.halle-gegen-rechts.de und im Facebook.

Flyer Kundgebung Polizeigewalt

Haste schon JuLeiCa?

Gruppenfoto JuLeiCa 2012
Wir, halleschen Falken, haben Bock darauf im kommenden Jahr mit einer F-Gruppe durchzustarten.
F-Gruppe?!
F steht für Freundschaft und F-Gruppen bilden den Freiraum für Falken zwischen sechs und zwölf Jahren.

Da das Teamen neben allem Spaß auch eine verantwortungsvolle Aufgabe ist haben sich die Jugendverbände im Kinder- und Jugendring auf eine gemeinsame Qualifikation, der Jugendleiter_innen-Card (JuLeiCa) verständigt, um die zukünftigen Teamer_innen bestmöglich vorzubereiten. Während der JuLeiCa-Bildung haben Flo, Ute und Christian gelernt, welche rechtlichen Vorgaben ein_e Jugendleiter_in beachten muss. Weißt Du ab welchem Alter ein Mensch ohne Eltern in die Kneipe oder Disco darf? Oder wie hoch die Wassertiefe für Nichtschwimmer_innen sein soll? Genau um solch rechtliches Zeugs ging’s. Aber nicht nur!!! In verschiedenen Spielen haben wir selbst erfahren, dass jede_r von uns einen Rucksack mit auf Falken-Veranstaltungen bringt, der ziemlich unterschiedlich und abhängig von der persönlichen Prägung ist. Kennst Du das, wenn jemand einfach keinen Bock auf Sport hat und zu jedem Sportspiel-Vorschlag „nein“ sagt. Bestimmte Aktionen von uns Menschen haben mit dem zu tun, was wir erlebt haben und Teamer_innen sollten sensibel dafür sein, wie es der_dem einzelnen im Team geht.

Die gemeinsame Woche auf Gut Glüsig hat uns zeitweise an die Grenzen unserer körperlichen, wie emotionalen Belastbarkeit geführt – so haben wir erlebt, dass das Design unserer Methoden eine Gruppe zusammenschweißen und Solidarität erlebbar machen kann, ebenso wie Spiele, die auf Konkurrenz und Wettbewerb angelegt sind, einen ziemlich schnell das Wohl des Gegenübers vergessen und nach dem Sieg der eigenen Gruppe streben lassen. Das ist schon ganz schön gruselig, sich selbst mit Ellbogeneinsatz und Grenzen anderer überrumpelnd zu beobachten – wider besseren Wissens. Da unsere Falken-Welt manches Mal wie eine befreite Insel in einer herrschaftsgeprägten Welt erscheint, war es eine wichtige Sensibilisierungserfahrung. Denn jede_r von uns hat Verantwortung dafür, dass wir uns bei gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen wohl fühlen und dieses gute Gefühl passiert nicht einfach von selbst, sondern wird von uns aktiv gestaltet.

Neben den Falken bieten auch andere Kinder- und Jugendverbände JuLeiCa-Seminare an – dabei hat jeder Träger unterschiedliche Schwerpunkte. Uns Falken sind selbstbestimmte und solidarische Ansätze wichtig – denn „die Gruppe macht’s!“.

Falls Du selbst eine JuLeiCa machen willst, schreib einfach eine Mail an: sjd-die-falken@web.de .
Zu guter Letzt: Vielen Dank an alle, die Teil dieser JuLeiCa-Bildung waren – es war eine gute, an- (und auf-)regende, sowie unglaublich prägende Erfahrung. Bei der ganz falkisch Freundschaften entstanden sind, die weit über diese Woche reichen. :)

Kennzeichnungspflicht jetzt! – Beschluss des Falken-Bundesausschusses

Nach den gewalttätigen Übergriffen von Polizist_innen am 7. August in Halle, haben wir – wie ihr sicherlich mitbekommen habt – in der Öffentlichkeit noch einmal verstärkt wirksame Reaktionen gefordert (Pressemitteilung).

In diesem Zusammenhang haben wir in unserem Kreisverband einen Antrag für den Bundesausschuss der Falken formuliert. Unsere tollen Falken vom Landesverband haben ihn eingebracht und verteidigt – hier nochmal besonderer Dank an Fabi!

Er wurde mir einigen wenigen Änderungen angenommen.

Hier nun der Wortlaut:

Beschluss des Bundesausschusses vom 29.-30. September 2012 in Oer-Erkenschwick

Werft die Waffe weg, Polizist*innen! Solidarität leben, Druck aufbauen, Polizeigewalt stoppen

Am 7. August kam es am Rande einer Demonstration gegen die NPD in Halle (Saale) zu gewalttätigen Übergriffen durch Polizist*innen, bei denen ein Demonstrant schwere, bleibende körperliche Schäden erlitt. Am 2. Juni ging die Polizei in Hamburg rücksichtslos und brutal gegen Blockierer vor, die sich Nazis entgegenstellten. Im Zusammenhang mit „Blockupy Frankfurt“ wurde im Mai eine 17jährige Gewerkschafterin von Polizist*innen zusammengeschlagen. Angesichts dieser aktuellen Ereignisse, wird uns einmal mehr bewusst, dass Polizeigewalt nicht der seltene Einzelfall ist, sondern sich immer wieder aus den existierenden Strukturen der Polizei selbst ergibt. Dabei nehmen die Betroffenen lediglich ihre Rechte wahr, haben friedlich demonstriert oder zivilen Ungehorsam geleistet. Dennoch richtete sich Gewalt ausgerechnet gegen sie – und dies durch eine Institution, deren Aufgabe es vermeintlich ist, diese Grund- und Menschen¬rechte zu schützen. Als SJD – Die Falken streben wir eine Gesellschaft an, die Freiheit, Gleichheit und Solidarität verwirklicht. Daher gilt es jeden Tag aufs Neue diese Rechte zu verteidigen und dazu beizutragen, dass sie allumfassend verwirklicht werden.

Wir erklären uns daher mit Betroffenen polizeilicher Repression und Gewalt solidarisch!

Auf dem Bundesausschuss in Leipzig haben wir uns als SJD – Die Falken bereits für eine wirksame Kennzeichnungspflicht von Polizist*innen, auch in sogenannten geschlossenen Einheiten, ausgesprochen. Angesichts der großen Zahl von Ermittlungen gegen Polizist*innen, die eingestellt werden, weil die Täter*innen aufgrund ihrer vermummenden Uniformen nicht zu identifizieren sind, erkennen zunehmend Teile der Gesellschaft mittlerweile die Notwendigkeit einer Kennzeichnungspflicht. So stimmte in einem Entscheid der SPD Sachsen-Anhalt eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder für eine solche Kennzeichnung. Dennoch werden immer wieder neue fadenscheinige Argumente gegen eine Umsetzung vorgebracht, oder die Umsetzung wird durch regelrecht sinnumkehrende Bestimmungen bis zur Unwirksamkeit verwässert. So gilt im SPD-mitregierten Sachsen-Anhalt nunmehr eine Kennzeichnungspflicht – aber ausgerechnet mit der Ausnahme geschlossener Einheiten. Dabei ist dies nur ein Beispiel, ähnliche Erfahrung macht man vielerorts. Polizeigewalt bleibt leidvolle Realität.

Deswegen setzen wir uns weiterhin – überall – für eine Kennzeichnungspflicht ein und tragen diese Forderung verstärkt in die Öffentlichkeit!

Viele der Befürworter*innen der Kennzeichnungspflicht gehen davon aus, dass bereits diese zu einer wesentlichen Abnahme der Taten führen würde. Erfahrungsgemäß laufen die Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamt*innen zögerlich, was zu Ermittlungseinstellungen oder äußerst niedrigen Strafen führt. Schließlich sei man auf der gleichen Seite und müsse morgen bereits wieder gemeinsam gegen wirkliche Übeltäter*innen vorgehen. Bislang wird dieses Problem in den öffentlichen Debatten viel zu wenig wahrgenommen. Dabei ist die Lösung offensichtlich. Es muss eine Untersuchungsbehörde für Vorwürfe der Polizeigewalt geben, die unabhängig von dieser selbst, Staatsanwaltschaften oder Innenministerien ist und vor Gericht nicht zuletzt die Perspektive der Betroffenen vertritt.

Wir setzen uns daher dafür ein, dieses Problem öffentlich bekannt zu machen, und fordern weiterhin engagiert die die Einführung einer solchen unabhängigen Untersuchungsinstanz!

Alle Beschlüsse des Bundesausschusses findet ihr im Extranet (dem mitglieder-öffentlichen Teil) auf wir-falken.de.

„Nie, nie wollen wir Waffen tragen! Nie, nie wollen wir wieder Krieg!“

Schon seit vielen Jahrzehnten wird alljährlich der 1. September – der Tag des Beginns des Zweiten Weltkrieges – als „Antikriegstag“ dazu genutzt, für die Forderung nach einer friedlichen Welt aktiv zu werden.

Gewalt ist keine Lösung für die Ursachen von Konflikten. Wir treten ein für ein Ende aller kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit. Deshalb bekennen wir uns zu einer gerechten und friedlichen Weltordnung! Wir übernehmen Verantwortung für unsere Zukunft indem wir uns gegen Gewalt, Rassismus und neonazistisches Gedankengut engagieren. Wir Falken setzen uns ein für ein solidarisches Miteinander und für internationale Völkerverständigung!

In unseren Kinder- und Jugendgruppen lernen junge Menschen, wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden können, denn Krieg und Gewalt lösen niemals Probleme, sondern schaffen nur Neue!

Nie wieder Krieg!
Nie wieder Faschismus!
Eine andere Welt ist möglich!

(Quelle: wir-falken.de)

Auch in Halle wollen wir nicht schweigen, während nach wie vor Krieg von Deutschland ausgeht und Waffen in alle Welt geliefert werden. Gemeinsam mit einigen anderen friedenspolitisch engagierten Organisationen findet ihr uns am 1. September, von 10-12 Uhr, auf dem hallischen Marktplatz. Geplant ist u.a. ein Walzer-Flash-Mob (Veranstaltung auf Facebook).


Wenn ihr euch mehr für die Positionen der Falken interessiert, können wir euch die Positionspapiere unseres Verbandes empfehlen, z.B. zur Abschaffung der Wehrpficht („Bundeswehr abschaffen!“), zur militärischen Forschung an Hochschulen oder zu den sog. „verteidungspolitischen Richtlinien“.

Kennzeichnungspflicht jetzt!

Die halleschen Stadtverbände der Jusos, Grünen Jugend, Linksjugend [’solid] und der Falken erneuern Forderung nach einer zügigen Einführung von rotierenden Ziffern in geschlossenen Polizeieinsätzen.

„Es ist ein Schlag ins Gesicht der engagierten Zivilgesellschaft, dass sich die CDU noch immer mit unhaltbaren Argumenten gegen eine demokratische BürgerInnenpolizei stellt. Nur mit einer Kennzeichnung auch in geschlossenen Einsätzen schaffen wir Vertrauen in unsere Polizei bei all jenen, die sich gegen braunes Gedankengut stellen“, kommentiert Theresa Kalmer, Sprecherin der Grünen Jugend Halle.

Das Spiel mit der möglichen Sorge der Polizeiangehörigen vor Übergriffen im Privatleben bezeichnen die vier Verbände als falsch und unredlich: „Innenminister Stahlknecht (CDU) selbst hat ja bereits entschieden, dass Polizeiangehörige seit dem 1. April Namensschilder im normalen Dienst tragen müssen“, so Felix Peter, Vorsitzender der Jusos Halle. „Eine anonyme und von Einsatz zu Einsatz rotierende Kennzeichnung in geschlossenen Einsätzen soll nun wiederum laut CDU die Sicherheit der Polizeiangehörigen gefährden – die CDU verstrickt sich hier mehr und mehr in Widersprüche“, so Felix Peter weiter.

Und auch das Argument des stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Markus Kurze, demzufolge eine Identifizierung von gewalttätigen Polizeiangehörigen bereits über Gruppenkennzeichnung oder interne Zeugenbefragung möglich ist, erschließt sich den vier Verbänden nicht: „Anonyme und rotierende Ziffern würden maximal eine polizeiinterne Identifizierung ermöglichen, wie sie Herr Kurze mit seiner Äußerung ja anscheinend gutheißt. Sie hätte zudem den Vorteil, dass die hohe Hürde der Aussage gegen einen Kollegen durch ermöglichte Aussagen von außerhalb der Polizei gesenkt würde“, so Markus Dietze, Pressesprecher der Linksjugend [’solid]. „Eine anonyme Kennzeichnung in geschlossenen Einsätzen dient also sowohl dem Schutz von sich korrekt verhaltenden Polizeiangehörigen als auch dem Schutz friedlicher Demonstrierender. Der CDU gehen offenbar die Argumente aus und das ist auch gut so!“, so Markus Dietze abschließend.

Hintergrund: Am 7. August kam es am Rande einer auch von der Polizei als friedlich bezeichneten Demonstration gegen die NPD-Deutschlandtour zu einem schweren Übergriff auf zwei Demonstrierende durch einzelne Polizeiangehörige. Eine der betroffenen Personen wurde dabei schwer verletzt und muss mit bleibenden Schäden rechnen. Diese Vorfälle stießen erneut eine Debatte zur Polizeikennzeichnung an.

Ohne Angst auf Demo!

Stoppt Polizeigewalt
Am vergangenen Dienstag, 07.08.12, bei den Protesten gegen die NPD-Deutschlandfahrt wurden zwei friedliche Demonstraten durch Polizeigewalt teilweise schwer verletzt!

Die Falken Halle sind solidarisch mit den Betroffenen und wünschen ihnen gute Genesung!
Die Aufgabe der Polizei ist es die Bürger_innen zu schützen, dass die Landesbereitschaftspolizei aus Magdeburg so agiert ist völlig unverständlich und in bei der friedlichen Protestaktion in Halle nicht nachvollziebar.

Wir bitten alle Falk_innen, die an der Ecke Waisenhausring/Kleine Brauhausstraße am 07.08 zwischen 16:00 und 17:30 Uhr etwas gesehen haben ein Gedächtnisprotokoll zu verfassen und an vernetzung [at] halle-gegen-rechts.de zu schicken.

Wir Falken wollen unsere Meinung angstfrei äußern, deshalb fordern wir Politik und Staatsanwaltschaft auf diese Übergriffe lückenlos zu verfolgen und endlich eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte auch in geschlossenen Einheiten einzuführen.

Weitere Informationen unter:
www.halle-gegen-rechts.de